Der Brauprozess

Herrenhäuser Biere werden bei uns  nach traditioneller Art und Weise seit 1868 hergestellt – somit blicken wir auf 150 Jahre Erfahrung zurück. Nicht nur die Technik sondern vor Allem unsere Braumeister sind der Garant für erstklassige Biere „made in Hannover“.

Das Sudhaus

Der Prozess der Bierherstellung beginnt mit der Herstellung der sogenannten Würze. Dieser Prozess findet im Sudhaus statt. Im ersten Schritt wird das zum Einsatz kommende Malz geschrotet. Bei uns passiert dies in einer Nassschrotmühle, das heißt das Malz wird vor dem Schroten bereits mit Wasser vermischt. Dies führt zu einer besonders schonenden Behandlung des Malzes, insbesondere bleibt der Spelz, die feine Haut des Malzkornes beim Schroten unversehrt, was im weiteren Prozess zu besseren Ergebnissen und insgesamt zu einem ausgewogeneren Bier führt.

Die Mischung aus geschrotenem Malz und Wasser – fortan Maische genannt – wird Schritt für Schritt erhitzt und verweilt auf ausgewählten Temperaturstufen jeweils einen längeren Zeitraum. Durch diese „Rasten“ werden Malzenzyme aktiviert, die unter anderem die Malzstärke zu Zucker abbauen. Ein Teil der Maische wird bei der ersten Rast abgezogen und in einem separaten Gefäß – der Maischepfanne – zum Kochen gebracht. Nach einer genau definierten Kochzeit wird die ungekochte Restmaische wieder zugemischt und durch die Mischung wird exakt die gewünschte Temperatur für die folgende Rast erreicht.

Dieses besondere – und aufwändige – Verfahren wird als Dekoktionsverfahren bezeichnet. Es führt zu einem etwas dunkleren Bier, das insgesamt runder im Geschmack ist und nach der Gärung ein etwas intensiveres und vielfältigeres Aroma aufweist.

Nachdem die Stärke vollständig zu Zucker abgebaut wurde, wird die Maische in den Läuterbottich umgepumpt. Im Läuterbottich trennen wir die zuckerhaltige Würze von den festen, ungelösten Bestandteilen. Der Läuterbottich arbeitet dabei mit dem enthaltenen Malz als „Filterkuchen“, die Spelzen dienen als unterste Schicht. Ihre Unversehrtheit durch die Nassschrotung verbessert das Läuterergebnis.

Die beim Läutern zurückbleibenden Kornrückstände nennt man Treber. Dieser wird als Tierfutter in der Landwirtschaft eingesetzt.

Die geläuterte Würze wird anschließend in der Würzepfanne gekocht. Dabei wird der Würze jeweils zu Beginn und zu Ende der Kochung Hopfen zugesetzt. Der zu Beginn zugesetzte Hopfen sorgt für die angenehme und je nach Sorte unterschiedliche Bittere. Der zu Ende zugesetzte Hopfen ist verantwortlich für das Hopfenaroma, die „Hopfenblume“ des Bieres. Nach dem Kochen werden die noch ungelösten, festen Hopfenbestandteile im sog. Whirlpool abgetrennt und die Würze wird heruntergekühlt.

Der Gärkeller

Die Vergärung der Bierwürze zu Bier erfolgt traditionell in einem kalten Gärverfahren, das heißt langsam, bei relativ niedrigen Temperaturen von 8 – 12 Grad Celsius in Einzeltanks.

Jeder dieser Tanks wird täglich begutachtet, damit der Brauer die notwendige Kühlung sensibel und in Nuancen fachgerecht steuern kann.

Der Vorteil der bei uns angewandten klassischen Gärführung ist, dass ein sehr ausgewogenes Aromaprofil entsteht und die Biere sehr bekömmlich werden.

 

Der Lagerkeller

Herrenhäuser Pilsener wird nach der Gärung in einem weiten Schritt, der sogenannten Nachgärung, gereift. Bis zur geschmacklichen Vollendung dauert es mehrere Wochen. Diese Nachgärung reichert im Bier auf natürliche Art die Kohlensäure an und klärt das nach der Gärung noch stark hefetrübe junge Bier.

Dabei wird das sogenannte Kräusenverfahren angewandt, das heißt das Bier wird endvergoren aus dem Gärtank in den Lagertank „geschlaucht“ und dort mit einem noch nicht endvergorenen Bier gemischt.

Die dadurch intensivierte Nachgärung sorgt für eine zügige und vollständige Ausreifung des Bieres und zum Abbau verschiedener Gärungsnebenprodukte, die für ein noch nicht ausgereiftes Bier typisch sind („Jungbukettstoffe“).

Die anschließende mehrwöchige Kaltlagerung bei Temperaturen zwischen 0°C und 2°C führt zur geschmacklichen Vollendung des Bieres, klärt das anfangs stark hefetrübe Bier und bindet die während der Nachgärung entstandene Kohlensäure an.

Eine weitere Besonderheit neben dem Kräusenverfahren und der traditionellen Temperaturführung sind bei uns die großen liegenden Lagertanks. Diese zeichnen sich gegenüber den heute weithin üblichen stehenden Großtanks durch einen geringeren Druck aus, der auf die sich am Tankboden ansammelnde Hefe wirkt. Dadurch erreichen wir eine schonendere Behandlung der Hefe, die uns dies durch ein besonders gutes – Herri-typisches – Bieraroma dankt.

Der Filterkeller

Nach der natürlichen Reifung wird unser Bier in einem zweistufigen Verfahren filtriert.

Zuerst durchläuft es eine Kieselgurfiltration, das in Brauereien seit Jahrzehnten etablierte Standardverfahren zur Abtrennung der Hefe. Zusätzlich wird in einem zweiten Schritt eine Schichtenfiltration durchgeführt.

Mit dieser Schichtenfiltration erreicht man das Funkeln und die strahlende Glanzfeinheit, die das Herrenhäuser Bier auszeichnen. Die gesamte Filtration erfolgt heute so wie seit Jahrzehnten.